Erbe und Verantwortung Teil I – Bodensanierung

erst sauber machen,
dann bauen

Die Wurzeln des Wohlstands

Der Hauptsitz von erdgas schwaben ist von historischer Bedeutung: 1911 nahm das Gaswerk in Göggingen seinen Betrieb am heutigen Standort in der Bayerstraße auf. Zunächst war die Anlage umgeben von Industrie und Weideland. Nach und nach wuchsen Augsburg und Göggingen an die Produktionsstätten heran. Heute ist unser Unternehmenssitz mitten im Geschehen: beste Verkehrsanbindungen, gut ausgebaute Nahversorgung und ein reges Gewerbetreiben machen die einstige Ansiedelung zu einem lebendigen und lebenswerten Ort. Was zu Beginn der Gasversorgung noch ein Ortsrand voller Brennnesseln war, ist heute der Hauptverwaltungsstandort und die Betriebsstelle Augsburg einer sauberen und zukunftsfähigen Energieversorgung.

Das Erbe antreten

Als zukunftsorientierter Energieversorger erinnern wir gerne an den historischen Stellenwert der frühen Energieversorgung durch Gas. Durch die Verbreitung der Gaslaterne im 19. Jahrhundert wurden die Straßen nachts sicherer und lebendiger. Nun hatte man außerdem die Möglichkeit, trotz Einbruch der Dunkelheit weiterhin produktiv zu sein und an einer verheißungsvollen Zukunft zu arbeiten. Und vor allem eroberten sich die Menschen den Feierabend – sie konnten an erleuchteten Schaufenstern durch die hellen Straßen flanieren, Freunde treffen, ausgehen.

Die Kehrseite war – vor der Verbreitung des sauberen Erdgases wurde das sogenannte Stadtgas aus Steinkohle gewonnen. Die daraus entstandenen Abfallprodukte belasten noch heute die Böden der ehemaligen Produktionsstandorte in ganz Deutschland.

Was vor einem halben Jahrhundert noch Stand der Technik und der Gesetzgebung war, ist heute dank vieler neuer Erkenntnisse und Initiativen Vergangenheit.
Dennoch: die Reste der Vergangenheit müssen aufgeräumt und nachhaltig entsorgt werden. erdgas schwaben stellt sich seiner Verantwortung nunmehr zum wiederholten Mal: nach der Bodensanierung in den Betriebsstellen Nördlingen und Kaufbeuren folgt nun die Sanierung am Standort in Augsburg-Göggingen.

Kurze Geschichte der regionalen Gasversorgung

1848
Erstes Gaswerk in Augsburg
1864
Gründung der Gesellschaft für Gasindustrie AG in Augsburg
1883
Gründung Vereinigte Gaswerke Augsburg AG
1911
Gaswerk Göggingen
1915
Gaswerk Augsburg-Oberhausen
1952
Gründung der Ferngasversorgung Schwaben GmbH
1964
Umstellung von Stadtgas auf Erdgas in Göggingen
1981
Gründung des heutigen Unternehmens erdgas schwaben
1987
Bezug des neuen Gebäudes

Rund 8 Millionen Euro und viel Knowhow

Im Frühjahr 2019 starten die Maßnahmen für die Bodensanierung am Hauptsitz von erdgas schwaben in der Bayerstraße. Das Unterfangen ist aufwendig und kostspielig. Das Ergebnis ist dafür umso erfreulicher. Mit mehreren historischen Standorten hat erdgas schwaben mittlerweile viel Erfahrung im Säubern von belasteten Böden. Grundsätzlich stellt sich die Bodensanierung wie folgt dar:

Vor dem flächendeckenden Einsatz von sauberen Gasquellen wie Bio- oder Erdgas wurde Kohle zu sogenanntem Stadtgas verarbeitet. Die Abfallprodukte wurden gemäß dem damaligen Stand der Technik auf dem Boden der Produktionsstätten gelagert. 1951 wurde die Produktion von Stadtgas in Göggingen eingestellt.

Knapp ein Vierteljahrhundert später bezog die 1981 gegründete erdgas schwaben gmbh 1987 das neugebaute Verwaltungsgebäude auf dem historischen Gaswerksgelände.

Heute weiß man, dass die im Boden enthaltenen Teeröle eine Gefährdung für Mensch und Natur darstellen und öffentliches Gut wie z.B. das Grundwasser gefährden können. Eine nachhaltige Sanierung ist daher das dringende Gebot der Stunde.

Systematisch und flächendeckend werden Bohrkerne entnommen. Mit einer Überlappung aller Bohrlöcher von 40% wird sichergestellt, dass alle Bereiche untersucht werden. Über eine aufwendige Beprobung wird zudem festgestellt, wie mit dem jeweiligen Aushub umgegangen werden muss. Ist sie die Probe verschmutzt, kann man sie entweder thermisch säubern oder über Spezialdeponien entsorgen.

Erbe und Verantwortung Teil II – Ludwig-August-Riedinger-Haus

Auf Erfolgsgeschichten aufbauen

Unser Unternehmenssitz in der Bayerstraße ist in all den Jahren zu klein geworden: 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten dort mittlerweile für unseren Erfolg als Energiedienstleister. Unsere Verantwortung gegenüber unserer Geschichte und der Zukunft der Energieversorgung in der Region Schwaben nehmen wir ernst. Mit einer baulichen Erweiterung unserer Hauptverwaltung schaffen wir die nötigen Arbeitsplätze.

Mit Ludwig August Riedinger als Namenspatron erinnert erdgas schwaben aktiv an eine herausragende und zukunftsorientierte Unternehmerpersönlichkeit aus unserer Region. An seine inspirierenden Pionierleistungen wollen wir durch diese Geste erinnern und uns selbst anspornen.

Bauvorhaben Bayerstraße

Ein Blick in die Zukunft

Innerhalb einer Bauzeit von zwei Jahren soll die Bodensanierung abgeschlossen sein und die neuen Bürogebäude bezogen werden. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die wesentlichen Meilensteine unseres Bauvorhabens. Wenn Sie weiter über den Baufortschritt und unsere Planungsziele informiert werden wollen, besuchen Sie unsere Infobox gerne wieder: hier halten wir Sie auf dem Laufenden.

monatlich
Baubüro Bayerstraße 43: geöffnet an jedem 2. Mittwoch im Monat, 14 bis 17 Uhr
Herbst 2018
vorbereitende Arbeiten für das Ludwig-August-Riedinger-Haus
Februar 2019
Ausschreibung der Bauleistungen
Februar 2019
Umzug des Materiallagers der Betriebsstelle Augsburg
Frühjahr 2019
Beginn Bodensanierung Teilstück Nord
Sommer 2019
Beginn Bau Tiefgarage
2. Hälfte 2019
Ende Tiefensanierung Nord
Ende 2020
Fertigstellung Ludwig-August-Riedinger-Haus
Anfang 2021
voraussichtlicher Einzug in die neuen Büros

Planungsdetails

Fortschritt führt zu Veränderungen

Jedes Bauvorhaben bringt sowohl Fortschritt und Neuerung mit sich als auch gewisse Einschränkungen. Als verantwortungsbewusstes Unternehmen und als Ihr Nachbar sind wir bemüht, diese Einschränkungen durch die Sanierungsmaßnahme und den Neubau selbst so gering wie möglich zu halten. Unser Bauvorhaben möchten wir für Sie nachvollziehbar beschreiben:

Gebot der Rücksichtnahme

Der Gesetzgeber schützt den Nachbarschaftsfrieden im Baurecht auf besondere Weise: So wird durch die Abstandsflächenregelung (Art. 6 BayBO) ein Grenzabstand vorgegeben, der eine ausreichende Belichtung, Belüftung, den Brandschutz und den Sozialabstand zwischen benachbarten Gebäuden sichert.

Aufgrund der relativ niedrigen Wandhöhe von 6,5 m reichen die Abstandsflächen unseres genehmigten Neubaus sogar nur bis gut anderthalb Meter vor die Grundstücksgrenze. Auf zulässige Abweichungen und Privilegien (wie z.B. das 16 m-Privileg) konnte in der Planung verzichtet werden.

Auch im Rahmen einer städtebaulichen Integration wurde in der Planung entsprechende Rücksicht genommen. Das Ludwig-August-Riedinger-Haus ordnet sich bescheiden der umliegenden Bebauung unter. Bei dem lediglich zweigeschossigen Gebäude mit grüner Bedachung wurde das Maß der baulichen Nutzung für gewerblich genutzte Grundstücke unter Berücksichtigung der Baunutzungsverordnung eingehalten.